Dienstag, 07.04.2026

Finanzierungsdefizit 2025 bei 127,3 Milliarden Euro Bund trägt größte Lücke

Empfohlen

team
teamhttps://business-aktuell.org
Business-Aktuell: Immer einen Schritt voraus

Der öffentliche Gesamthaushalt Deutschlands schloss das Jahr 2025 mit einem Finanzierungsdefizit von 127,3 Milliarden Euro ab. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts lagen die Ausgaben bei rund 2 208 Milliarden Euro und die Einnahmen bei etwa 2 081 Milliarden Euro. Das Defizit war damit 22,9 Milliarden Euro höher als 2024 und erreichte das Niveau des Jahres 2022.

Entwicklung auf den Staatsebenen

Alle staatlichen Ebenen standen 2025 im Minus. Für den Bund ergaben sich Einnahmen von 572,6 Milliarden Euro, ein leichter Anstieg um 0,6 Prozent gegenüber 2024. Die Ausgaben stiegen deutlich stärker um 6,1 Prozent auf 658,0 Milliarden Euro. Daraus resultierte ein Defizit des Bundes von 85,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2024 hat sich die Finanzierungslücke des Bundes um 34,5 Milliarden Euro vergrößert.

Die Länder verzeichneten Einnahmen in Höhe von 572,1 Milliarden Euro, ein Plus von 5,2 Prozent, und Ausgaben von 580,8 Milliarden Euro, ein Plus von 3,3 Prozent. Das Defizit der Länder betrug 8,7 Milliarden Euro und verringerte sich damit um 9,5 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Ein Großteil des Defizits entfiel auf die Stadtstaaten. Überschüsse wiesen Baden Württemberg, Hessen, Rheinland Pfalz, Sachsen und Bayern aus. Bayern erzielte mit 1,5 Milliarden Euro das höchste Plus.

Die kommunalen Haushalte zeigten einen stärkeren Auseinanderlauf von Einnahmen und Ausgaben als 2024. Die Gesamteinnahmen der Gemeinden stiegen um 4,1 Prozent auf 391,4 Milliarden Euro, die Ausgaben um 5,6 Prozent auf 423,3 Milliarden Euro. Das daraus resultierende Defizit der Gemeinden belief sich auf 31,9 Milliarden Euro und erreichte damit einen historischen Höchststand.

Die Sozialversicherung verzeichnete Einnahmen von 936,1 Milliarden Euro, ein Anstieg um 8,3 Prozent. Die Beitragseinnahmen stiegen um 9,0 Prozent auf 771,5 Milliarden Euro, teils bedingt durch erhöhte Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung. Die Ausgaben lagen bei 937,5 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 7,2 Prozent, so dass die Sozialversicherung mit einem kleinen Defizit von 1,3 Milliarden Euro abschloss. Dieses Defizit verringerte sich gegenüber 2024 um 9,2 Milliarden Euro.

Schuldenfinanzierung, besondere Mittel und Ausgabenprioritäten

Die Zunahme des Bundesdefizits spiegelt auch politische Entscheidungen zur Finanzierung von Ausgaben durch vermehrte Kreditaufnahme wider. Im Bundeshaushalt gab es Bereichsausnahmen und komplett kreditfinanzierte Extrahaushalte unter anderem für die Bundeswehr sowie für Infrastruktur und Klimaschutz. Das neu eingerichtete Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz wurde erst gegen Ende 2025 errichtet und zeigte in der Statistik noch keine deutlichen Effekte.

Der Bund erhöhte seine Ausgaben für militärische Beschaffungen um 23,4 Prozent auf 39,0 Milliarden Euro. Nach deutschem Haushaltsrecht werden diese Aufwendungen als laufende Sachausgaben und nicht als Investitionen ausgewiesen. Die klassischen Sachinvestitionen stiegen beim Bund um 10,5 Prozent, bei Gemeinden um 3,5 Prozent und bei Ländern um 2,6 Prozent.

Zur Stabilisierung der Sozialversicherung flossen zusätzliche Mittel. Die Rentenversicherung erhielt einen Zuschuss, der um 6,5 Milliarden Euro höher ausfiel als 2024. Darlehen wurden an die Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 1,4 Milliarden Euro vergeben, an die Krankenversicherung in Höhe von 2,3 Milliarden Euro und an die Pflegeversicherung in Höhe von 0,5 Milliarden Euro. Für Investitionen in Schienenwege stellte der Bund der Deutschen Bahn ein Darlehen von 3,0 Milliarden Euro sowie 5,3 Milliarden Euro zur Erhöhung des Eigenkapitals zur Verfügung. Letzteres lag um 3,1 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert.

Die Zinsausgaben entwickelten sich entgegen dem allgemeinen Ausgabenanstieg, was auf eine 2025 eingeführte Buchungspraxis für Bundeswertpapiere zurückgeführt wird. Die Zinskosten gingen gegenüber 2024 um 6,0 Milliarden Euro zurück, dies entspricht einem Rückgang von 14,1 Prozent.

Quelle anzeigen

Weiterlesen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Aktuelles