Donnerstag, 05.02.2026

Auftragseingang in der Industrie steigt im Dezember stark, Umsatz bleibt rückläufig

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Der preisbereinigte Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um 7,8 Prozent gegenüber November 2025 gestiegen. Die Statistikbehörde führt das Plus vor allem auf hohe Zuwächse in der Metallverarbeitung und im Maschinenbau zurück. Ohne Großaufträge fiel der Anstieg deutlich geringer aus.

Starker Anstieg trotz Sondereffekten

Destatis meldet, dass der Auftragseingang ohne Berücksichtigung von Großaufträgen im Dezember nur um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat zulegte. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang im 4. Quartal 2025 um 9,5 Prozent über dem 3. Quartal 2025. Ohne Großaufträge betrug der Zuwachs im gleichen Zeitraum 2,5 Prozent. Die vorläufigen Ergebnisse für November 2025 wurden leicht nach oben revidiert; der Auftragseingang stieg damit im November um 5,7 Prozent gegenüber Oktober.

Branchen: Metall und Maschinen vorne, Auto hinten

Besonders hohe Monatszuwächse verzeichneten die Herstellung von Metallerzeugnissen mit plus 30,2 Prozent sowie der Maschinenbau mit plus 11,5 Prozent. Die Behörde weist darauf hin, dass in diesen Branchen mehrere Betriebe Großaufträge gemeldet haben. Auch die Herstellung elektrischer Ausrüstung legte um 9,8 Prozent zu, die Produktion von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen um 5,7 Prozent. Dagegen sank der Auftragseingang in der Automobilindustrie um 6,3 Prozent. Im Sonstigen Fahrzeugbau, zu dem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge zählen, gingen die Aufträge um 18,7 Prozent zurück, obwohl auch hier umfangreiche Großaufträge registriert wurden.

Nachfrage nach Güterarten und Märkten

Nach Verwendungszwecken stieg der Auftragseingang für Investitionsgüter im Dezember um 10,5 Prozent, für Vorleistungsgüter um 5,7 Prozent. Die Auftragseingänge für Konsumgüter lagen hingegen um 5,3 Prozent niedriger. Nach Herkunft legten die Auslandsaufträge insgesamt um 5,6 Prozent zu. Innerhalb der Eurozone fielen die Aufträge um 0,6 Prozent, aus Ländern außerhalb der Eurozone stiegen sie um 9,7 Prozent. Die Inlandsaufträge erhöhten sich um 10,7 Prozent.

Umsatzentwicklung und methodische Hinweise

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war im Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt 1,4 Prozent niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag der Umsatz kalenderbereinigt 1,9 Prozent unter dem Wert von Dezember 2024. Für das Gesamtjahr 2025 weist Destatis einen kalenderbereinigten Rückgang des realen Umsatzes von 1,3 Prozent gegenüber 2024 aus. Die Angaben zum Auftragseingang und Umsatz basieren auf den preisbereinigten Indizes mit der Basisjahr 2021 gleich 100. Saison- und Kalenderbereinigung erfolgten mit dem Verfahren X13 JDemetra+. Die Behörde weist darauf hin, dass der Fokus der Konjunkturbeobachtung auf den saison- und kalenderbereinigten Monatsvergleichen liegt und dass vorläufige Werte revisionsanfällig sind.

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