Freitag, 06.03.2026

Studie sieht für Europa vor allem indirekte Risiken bei einer Blockade der Straße von Hormus

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Eine Blockade des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus würde nach einer Analyse des ifo Instituts und von Econpol Europe nicht primär durch entgangene Direktlieferungen die Handelsströme in die EU treffen. Vielmehr könnten vor allem indirekte Effekte über die globalen Lieferketten und steigende Ölpreise die wirtschaftlichen Folgen für Europa verstärken.

Ergebnisse der Analyse

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die über die Straße von Hormus nach Europa gelieferten Importe aus dem Iran und den angrenzenden Staaten nur einen vergleichsweise kleinen Anteil am gesamten Warenverkehr haben. Nach Berechnungen der Autoren liegt dieser Anteil bei rund zwei Prozent der Importe außerhalb der EU. Bei Rohöl und Flüssiggas sind die Anteile deutlich höher: 6,2 Prozent beziehungsweise 8,7 Prozent.

Direkte und indirekte Folgen

Die Studie unterscheidet zwischen direkten Versorgungslücken und indirekten Effekten. Eine Blockade könnte direkte Lieferengpässe bei Öl, Gas und anderen Grundstoffen verursachen. Zugleich warnen die Forscher vor sekundären Effekten: Einschränkungen der Ölexporte der Golfstaaten westlich der Meerenge könnten weltweit zu höheren Energiepreisen führen und so Produktionskosten und Transportketten belasten.

Einordnung durch die Autoren

Lisandra Flach, Leiterin des ifo Zentrums für Außenwirtschaft, betont die Zweiteilung der Risiken. „Die über die Straße von Hormus nach Europa gelieferten Importe aus Iran und den angrenzenden Staaten machen einen vergleichsweise geringen Anteil aller Importe aus“, sagt sie. Anders sehe die Lage bei Öl und Gas aus, und überdies bergen indirekte Effekte durch globale Lieferketten ein größeres Risiko für Europa.

Die Analyse weist darauf hin, dass die unmittelbaren Effekte auf den Güterverkehr nach Europa begrenzt bleiben können, die wirtschaftlichen Auswirkungen über Preisänderungen und Lieferkettenstörungen aber deutlich weiterreichend wären. Politische Entscheidungsträger und Unternehmen müssten diese Unterscheidung bei Risikoabschätzungen berücksichtigen.

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